Worte |
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Sonntag, 22. Januar 2012
philit, 22. Januar 2012 03:21:17 MEZ Plötzlich ist da nur noch Vergangenheit, keine Zukunft, obschon diese sich lautstark manifestiert in Kindergeschrei, Fröhlichkeit, Besuchen. Mir aber ist, als ob ich in dieser gegenwärtigen Zukunft selbst nur ein Besuch wäre, einer, der für kurze Zeit begleitet, auch mitmacht, aber doch nur an der Peripherie bleibt und dann zurückkehrt in sein Allereigenstes: Die Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die noch Zukunft hatte und deshalb des Aufsuchens wert scheint. Deren Gescheitertsein aber ebenfalls evident ist, denn sie wird erinnert, ist vergangen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Donnerstag, 5. Januar 2012
philit, 5. Januar 2012 19:05:16 MEZ Das Alter und Altern als Vorbereitung auf das Sterben. Sind erstmal die zurückgelegten Kilometer Legion so stirbt sich's leichter. Sagt man. Obwohl es da die Wütenden gibt, die Aufbegehrenden, jene, die ein Ende anzuerkennen schlicht nicht bereit sind. Ein Großonkel etwa, der, unheilbar an Krebs erkrankt und noch nicht 60, den Ärzten immer und immer wieder sein "ich will nicht sterben" entgegenbrüllte, der mit allem Verfügbaren nach dem medizinischen Personal warf und dann doch innerhalb weniger Wochen zusammenbrach, wortlos wütend verstarb, wütend auf die Welt, in der er kaum einmal glücklich war und die zu verlassen er dennoch als Ungeheuerlichkeit empfand. Weil er - trotz katholischer Prägung - wusste, dass es nun ein für allemal zu Ende ist, dass noch nicht einmal Schmerz, Wut, Traurigkeit in ihm sein werden, sondern gerade das Ertragen dieser ganzen Empfindungen in seinem Leben so unendlich sinnlos war. Ob man zu diesen Aufbegehrenden gehört weiß man nicht. Nicht, bevor man, von Krebs zufressen, in weißes Leinen gepackt neben sterilisierter Medikamentenbox mit genau derselben zu werfen beginnt nach allen, die sich da einem nähern. Weil es diesen nicht gegeben ist zu verstehen, sie nur eine rationale Einsicht besitzen in das Unabwendbare, während der dort Liegende alles an sich selbst, in sich selbst erfährt und fühlt. Die Sinnlosigkeit des Erduldens - ein Leben lang, die Aussichtslosigkeit, noch einmal erdulden zu dürfen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Montag, 12. Dezember 2011
philit, 12. Dezember 2011 22:27:55 MEZ Ich, der ich nun wahrlich nicht von der Weisheit und Integrität unserer Welt überzeugt bin, war hingegen sicher, dass es sich um einen mehr-weniger gelungenen Faschingsscherz zur Adventzeit handle und bin, das Ganze beiläufig zur Kenntnis nehmend, wieder zur Tages- und Nachtordnung übergegangen. Ein Kabarettist liefe Gefahr, allzu seichter Witzelei geziehen zu werden, die Realität hingegen neigt zu einer solch abenteuerlichen Humorigkeit: Der Doktor strg. c. als Wächter der Internetfreiheit. Sollte es noch irgendwo, irgendwann Zweifel an der Absurdität unseres politischen Lebens gegeben haben, so dürften sich dieselben nun in Luft aufgelöst haben. Demnächst werden wohl Saddam Husseins sterbliche Überreste nach Yad Vashem überführt und neben jenen von Heinrich Himmler ein Ehrengrab erhalten. Oder so. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Donnerstag, 1. Dezember 2011
philit, 1. Dezember 2011 23:45:48 MEZ Vor einem halben Jahr das letzte Mal Kant gelesen - bei Tageslicht. (Dieser Satz steht einsam in einem der Kritzel- (Sudel-?) hefte, vorher wochenlang kein Eintrag, nachher fast nur noch Leere.) Überhaupt - der Tag: Vorbereitung auf die Nacht, schlaflos, müde - die Bücherstapel vom Nachttisch zum Schreibtisch - zum Laptop und wieder zurück getragen, ängstlich aufgeschlagen, ruhelos abgebrochen. Heute zwei Seiten Proust, aber immerhin schon auf Seite 2130 befindlich. Die Nacht, wenn sie zu Ende geht, das graue Licht durch die alten Jalousien dringt (wochenlang schon keine Sonne - nur Nebel - aber: Hätt ich sie denn gesehen, die Sonne? - wohl kaum ...), bringt schließlich ein wenig Erleichterung, die Gedanken, vorher in Endlosschleifen kreisend, zittern noch ein wenig, dann wird's stiller, sanft fast (manchmal ...). "Wir haben also sagen wollen: daß alle unsere Anschauung nichts als die Vorstellung von Erscheinung sei; daß die Dinge, die wir anschauen, nicht das an sich selbst sind, wofür wir sie anschauen, noch ihre Verhältnisse so an sich selbst beschaffen sind, als sie uns erscheinen, und daß, wenn wir unser Subjekt oder auch nur die subjektive Beschaffenheit der Sinne überhaupt aufheben, alle die Beschaffenheit, alle Verhältnisse der Objekte im [sic] Raum und Zeit, ja selbst Raum und Zeit verschwinden würden, und als Erscheinungen nicht an sich selbst, sondern nur in uns existieren können." Und weiter: "Wir kennen nichts als unsere Art, sie (die Gegenstände) wahrzunehmen [...]." So also der § 8 aus der transzendentalen Ästhetik (und die hat in der Kantschen Terminologie weniger mit Schönheit, als mit dem sinnlich Wahrnehmbaren zu tun). Sollen wir uns darüber beruhigen? Die Philosophen hat's gefreut bis an den heutigen Tag, dass wir nach Kant der Natur vorgesetzt sind und bestimmen über sie, dass wir (= der Mensch) wieder zum Mittelpunkt uns aufgeschwungen haben. Obschon mir das den ganzen lieben Tag über ein wenig aufs Gemüt schlägt und ein zuviel an Wichtigkeit ist, ich gäb's auch ein wenig billiger - und für ein bisschen mehr an Seelenruhe würde ich den Mittelpunkt gern zur Sekante und auch Tangente werden lassen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Sonntag, 13. November 2011
philit, 13. November 2011 00:55:48 MEZ Vor fast 30 Jahren habe ich mich zu meinem Erschrecken bei dem Wunsch ertappt, es möge doch vorbei sein. Es: Die Zeit in ihren Sekunden, Minuten, aber auch Jahren, die Lebenszeit. In diesem Jahr, das fruchtloser, unproduktiver war als das vorhergehende (und das Jahr zuvor - ad infinitum), hat dieser Wunsch seine Wiederauferstehung gefeiert, als etwas Beängstigendes, dann aber auch wieder Tröstliches. Der Blick in den Spiegel zeigt einen alten Mann (mir, der ich wahrscheinlich tiefer sehe, während die Umgebung auf dem Gegenteil beharrt), schlaflose Nächte, müde Tage. Kleine Freuden: Wenn mir der Sinn eines Satzes aus der Kritik der reinen Vernunft aufgeht, ein Algorithmus das von mir Beabsichtigte brav erledigt, eine Gleichung nicht bloß gelöst, sondern auch verstanden wird. Was noch? Ein wenig Musik - und über allem: Die Liebe des, zum Kleinen. Sie, die Liebe, so schön wie belastend, in jeder Hinsicht das erträgliche Maß übersteigend. Sie, die mich mit so vielen Gewichten beschwert hat und die sie mir zu tragen erlaubt. Außerdem: Menschen. Nur in kleinsten Dosen erträglich. Das Kinderfest mit seinem Geschreie, Gerede, den wummernden Boxen, mit den unzähligen Elternblicken aus aufgeschlossenen Gesichtern nur mit knapper Mühe überstanden. Die gestrige Einladung trotz der beschränkten Anzahl Teilnehmender ebenfalls eine Gratwanderung. Mein Gesichtszüge entgleisen, als ich nach dem Lob Castanedas und Hesses nach meiner Meinung gefragt werde, ich kann mir nur ein mühsames "naja" abringen, was nun zum Anlass wird, die Qualitäten (welche??) Vorgenannter mir ausführlich vor Augen zu führen. Mein Gesichtsausdruck scheint eine deutlichere Sprache zu sprechen denn meine hingemurmelten diplomatischen Ablehnungen. "Was denn gute Autoren seien" will man schließlich wissen und ich ringe um eine unverfängliche Antwort, Thomas Mann, Musil, Doderer ... Celine fällt mir schließlich ein, deshalb, weil dessen Reise durch die Nacht garantiert niemand kennt. Und Nigel Short hat ein gutes Buch über den Najdorf-Variante im Sizilianer geschrieben, was schließlich lächelnd quittiert wird, in die Runde passt und mich aus meiner Hilflosigkeit entlässt. Später drogeninduziert die Entspannung erwartend, meist gegen 5, 6 Uhr früh, ruhig werden, lesend, zur Entspannung Gleichungen im Kopf lösend. Der Tag - endlich - vorbei. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Donnerstag, 20. Oktober 2011
philit, 20. Oktober 2011 16:40:54 MESZ Der Schmerz in seinem Ausmaß unwirklich, weshalb dem Empfinden noch Staunen zugemischt war - und gleichzeitig die Erkenntnis der Unerträglichkeit. Die kurze Ohnmacht, Blutgeschmack im Mund und die Angst vor einer Wiederholung. Die Sinne überweit geöffnet, der Blick auf den nackten Unterarm, den Schweißperlen wie im Zeitraffer zusehen können in ihrem Größerwerden, unwirklich wie in einem Film, das T-Shirt nach nicht einmal 30 Sekunden schweißnass und während noch immer die Angst mich völlig bewegungsunfähig sein lässt, nehme ich langsam den ungeheuren Lärm wahr in meinem Kopf, ein Rauschen, Klopfen, Sirren. Minutenlange Starre, nur keine Bewegung, alles vermeiden, was den Schmerz erneut erwachen lassen könnte, gleichzeitig das Bewusstwerden der absoluten Hilflosigkeit, das Telefon 10, 12 Meter entfernt, eine Unendlichkeit. Die Augen starr auf die schweißbedeckte Haut gerichtet, von der Stirne tropft es langsam, vermischt sich mit dem Blut aus dem Mund auf dem Holzboden zu rot-wässrigen kleinen Lachen. (Erst 10 Tage später werde ich die Spuren des Desasters zu entfernen fähig sein.) Irgendwie zurück ins Bett, wie genau vermag ich nicht mehr zu beschreiben. Der Lärm im Kopf ungebrochen, nicht bewegen, nur nicht bewegen, so lange es nur irgend erträglich ist. Das Morphium auf dem Nachttisch unendlich weit weg, ich bewege einen, zwei Finger der Hand, lasse es wieder bleiben. Erst nach 3, 4 Stunden wage ich den Griff zu den Medikamenten, kaum Erleichterung, aber wenigstens dumpfe Schläfrigkeit. Alles ging fast völlig geräuschlos vor sich: Noch im Fallen, im Spüren des Unglaublichen das Bemerken, dass für einen Schrei die Kraft fehlt, dass der Schmerz jede möglich Regung, Äußerung absorpiert, man stumm ist, der Stimme alle Kraft fehlt. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Mittwoch, 7. September 2011
philit, 7. September 2011 18:02:57 MESZ Ironie definiert sich als "feiner, versteckter" Spott. Allerdings sollte man mit dem Verstecken achtgeben, sollte seine Sätze nicht allzu hintergründig anlegen und verborgene Bedeutungen lieber an der Oberfläche lassen. Was aber auch nicht immer hilft ... Weshalb ich auf die am letzten Freitag erfolgte Ankündigung, dass wir (== Österreich) es ihnen (== Deutschland) diesmal (die Welt ist alles, was der Fall ist - diesfalls das Qualifikationsspiel für die Fußballeuropameisterschaft) zeigen werden, erwiderte, dass dem hoffentlich so sei, weil denn die Deutschen (wie unschwer aus den Unter- und Zwischentönen zu entnehmen) ohnehin alles Arschlöcher wären. So ich. Kurzes Zusammenzucken, leichtes Staunen (der sich sonst eher zurückhaltend Äußernde befleißigt sich einer etwas fragwürdigen Ausdrucksweise), dann aber wird aller Zweifel vom Maß der Zustimmung übertroffen: Ja, da wäre schon was dran, das stimme schon, auch wenn man es so nicht immer, aber doch, eigentlich und im Grunde: Der Vergleich mit rektalen Körperöffnungen sei so falsch nicht. Die offenkundige Ironie (die also defintionsgemäß gar keine mehr ist), die sich da müde in die Konversation schlich und im Grunde nur dem Überdruss Ausdruck verlieh, dass meine Fußballbegeisterung im allgemeinen und meine Deutschaversion im besonderen als gering anzusehen ist, war offenbar ein Schuss in den Ofen. Tatsächlich wurde meine Äußerung zum Anlass, noch allerhand Ungustiöses über den homo piefkenensis zum Besten zu geben, wobei das Unflätige der Ausdrucksweise und die Höhe des Alkoholspiegels in direkt proportionalem Zusammenhang standen. Es ist nicht so, dass ich allein darüber mich unterhalten wollte, was denn die Bedingungen der Möglichkeit seien, Subjekte und Prädikate zu synthetisieren, die analytisch nicht zusammengehören (möglicherweise die Erfahrung ;)). Ich weiß, was eine Viererkette ist und das Erstaunen bewegt sich gegen unendlich, wenn ich erwähne, dass eine Fußballkarriere hauptsächlich von meiner Verletzungsanfälligkeit verhindert wurde (zugegeben: Nicht nur, sondern auch - denn die Tatsache, dass es sich beim Fußball um einen Mannschaftssport nebst dem damit verbundenen, unabdingbaren Mannschafts(un-)geist handelt, hätte wohl auch bei intakten Knöcheln und Bändern mir alsbald einige Schwierigkeiten bereitet). Aber Unterhaltungen sind dort unmöglich, wo ich jedem Satz auf seiner Rückseite die entsprechende Interpretation, tags für Ironie oder Sarkasmus beifügen muss. Ich habe keine Lust, zu allen Aussagen sofort die eigene Sekundärliteratur zu schreiben. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Freitag, 2. September 2011
philit, 2. September 2011 23:06:12 MESZ Es gibt eine Form der Aufgeschlossenheit in sexuellen Dingen, die meinerseits mit dem sofortigen Entzug der Sympathie geahndet wird: Dazu gehören sexuell konnotierte Anspielungen älterer Herren, die sich aus zweierlei Gründen derartige Freizügigkeiten gestatten. Zum einen kokettieren sie mit ihrem fortgeschrittenen Alter, das sie diesbezüglich jedweder Kritik entheben würde - zum anderen wird eine Aufgeschlossenheit propagiert, durch die man sich (wohltuend?) von den prüden, verklemmten, bürgerlichen Altersgenossen zu unterscheiden sucht. Mir ist der aufgeschlossen-intellektuelle Altherrenwitz ebenso sehr zuwider wie das schenkelklatschende, bierdunstatmosphärige Zotenerzählen am Würstlstand. Nicht aus Gründen der Prüderie, sondern weil dieser "Humor" schlicht dämlich ist. Und es gehört nicht zu den Weltoffenheit konstituierenden Elementen, über solche verständnisheischend vorgebrachten Kalauer zu lachen. Nebenbei wirkt ein sich an Kopulationswitzen verlustierender Akademiker weniger aufgeschlossen denn retardiert. Man mag zwar in solchen Fällen glauben, jung zu wirken, vergisst aber, dass die durchschnittliche Zahl der Idioten in jeder Altersklasse ungefähr gleich groß ist. Und so wird ein alter bestenfalls zum jungen Deppen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Dienstag, 16. August 2011
philit, 16. August 2011 15:13:08 MESZ Ein neuer soziologischer Begriff: Sexuelle Verwahrlosung. Immer im Zusammenhang mit Jugendlichen und der leichten Verfügbarkeit von Pornographie im Netz. Kaum eine Definition: Entsteht diese Verwahrlosung durch die Verfügbarkeit, durch vermeintliche Vorbildwirkung der Filmchen, durch das (gewollt-ignorante) Desinteresse von Eltern am Tun ihrer Sprösslinge? Meine Generation, die (annähernde) Nacktheit einzig aus der Abteilung Unterwäsche des Versandkatalogs kannte, die ihre Eltern nie nackt sah und deren Aufklärung zumeist auf der Straße stattfand; die manchmal mit medizinisch anmutenden Büchern (womit Sexualität immer in den Bereich von Krankheit gerückt wurde) und farbigen Zeichnungen von Geschlechtsorganen (die so gar nicht mit einem realen Menschen in Zusammenhang gebracht werden konnten) auf die kommende, endokrinologische Verirrung vorbereitet wurde, diese Generation scheint mir mindestens so sehr dieser apostrophierten Verwahrlosung teilhaftig gewesen zu sein wie die derzeitigen Jugendlichen, denen sämtliche Sexpraktiken unter Farbe und lautem Gebrüll der Beteiligten präsentiert werden. Dass hier sonderbare Vorstellungen bezüglich Sexualität entstehen können, liegt auf der Hand (vor allem dort, wo der Betreffende keinen Ansprechpartner hat), dass diese Phantasien aber seltsamer, eigenartiger, verschrobener, weiter von der Realität entfernt seien (oder auch schädlicher sind) denn die meiner Generation, will ich stark bezweifeln. Wird Verwahrlosung im Sinne einer Vernachlässigung verstanden, so trifft dies in sexueller Hinsicht auf die Nachkriegsgeneration sehr viel eher zu als auf die heutige Jugend. Alles Sexuelle war tabuisiert, allenfalls konnte man unter Alkoholeinwirkung bei Erwachsenen manchmal eine ebenfalls sehr seltsame, von größter Unsicherheit (und dümmsten Witzen) getragene Haltung in dieser Hinsicht feststellen. Die enttabuisierte Zone war der (männliche) Arbeitsplatz, 80 % der Unterhaltung war der Fortpflanzung geschuldet und als ich erstmals mit einem Mädchen Hand in Hand von einem meiner Arbeitskollegen gesehen wurde, musste ich über mich endlose Befragungen bezüglich der schon (oder noch nicht) erfolgten, immer aber von allen vorgestellten Kopulation ergehen lassen, Fragen, die in mir eine entfernte Ahnung enstehen ließen, dass meine Unsicherheit in diesen Dingen keinesfalls größer sein dürfte denn diejenige der ständig Gelächter produzierenden Arbeitskollegen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Dienstag, 9. August 2011
philit, 9. August 2011 18:27:54 MESZ Der Name ist bekannt aus der Geschichte und Goethes Egmont: Dort lässt die Existenz eines Herzogs von Alba vermuten, dass es irgendwo auch eine Herzogin desselben Namens geben müsse. Doch das Bild, das mir auf der ORF-Seite präsentiert wurde, evozierte ganz andere Vorstellungen: So, genau so muss Dolly Buster nach ihrem 95. Geburtstag aussehen. Zur gefälligen Kenntnisnahme: Hier und hier. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Samstag, 30. Juli 2011
philit, 30. Juli 2011 17:21:59 MESZ Matratzengruft - Heine, Proust. Das Schlimmste an der Krankheit sind die Ärzte - bzw. jene, welche sie empfehlen. Verständlich einerseits, wollen sie doch nur das Beste. Und kriegen das einzige, was dem Maroden noch bleibt: Das bisschen Seelenruhe - das immer dann sich einstellt, wenn die Vorstellung von weißgekitteltem Personal möglichst weit (zeitlich und räumlich) entfernt zu sein scheint. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Freitag, 29. Juli 2011
philit, 29. Juli 2011 16:14:29 MESZ Der Zustand wird durch Totschweigen nicht besser. Vielleicht sollte ich ihn der mittelalterlichen Heilmethode des Besprechens und Beschreibens unterziehen. Heilung verspreche ich mir davon nicht, möglicherweise Erleichterung. Mal sehen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Donnerstag, 19. Mai 2011
philit, 19. Mai 2011 15:45:23 MESZ Warum schreibst du hier nicht öfter? --- Vorsichtshalber: Man kennt das in meiner Generation, drogeninduziertes Geschwafel, der Sprecher offenkundig von der Weisheit des Erbrochenen zutiefst überzeugt. William James schildert einen Mann, der unter Lachgas meint, das Rätsel der Welt gelöst zu haben, nach Verfliegen des Rausches sich indes nicht mehr seiner genialen Höhenflüge entsinnen konnte. Endlich gelingt es ihm unter ungeheuren Anstrengungen das Geheimnis niederzuschreiben, stürzt sich, kaum von seinem exaltierten Zustand genesen, auf die Niederschrift, und liest: "Es riecht alles durchdringend nach Petroleum". (Nach Bertrand Russel) Bedeutet also: Ich habe der Schmerzmittel wegen ein gesundes Misstrauen zu meinen Fähigkeiten (wenn denn von solchen überhaupt gesprochen werden kann). Keinesfalls aber will ich im nüchternen Zustand (der der Umstände halber selten ist) hier von durchdringendem Petroleumgeruch lesen. Auch wenn ich für heute das Diktum des inkriminierten Welträtsellösers bestätigen kann: Allerdings vermute ich als Ursache einen schlecht eingestellten Vergaser des nachbarlichen Rasentraktors. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Mittwoch, 18. Mai 2011
philit, 18. Mai 2011 19:53:53 MESZ Wir haben uns kaum gekannt. Miteinander gespielt als Kinder bei den unabdingbaren Verwandtenbesuchen. Nichts Besonderes - und genau das hat manchmal meinen Neid erweckt. Schule, Beruf erlernt (so etwas Metallisches - verbunden mit diesem zu tragenden Blauzeug, vor dem mir immer gegraut hat), Ehe, Kinder, Scheidung. Dass er zwischendurch auch mal gesoffen habe, wurde kolportiert, unter der Hand, still, leise - damit die Wirkung nicht verfehlt werde. Es habe "alles keinen Sinn mehr". Alles, das war sein Leben, eine Zukunft, die nicht mehr stattfand. Dass er überhaupt einen Abschiedsbrief hinterlassen hat, verwunderte mich, wohl der Mutter wegen, dieser burschikosen, lieben Frau wegen, die ich mir gerne als Mutter gewünscht hätte. Die ich immer bloß lachend in Erinnerung hatte, herzlich - und die dies auch war. Und die "halt Pech" hatte, mit dem Mann, der auch soff und nach einem Unfall lebenslang ein körperlich-geistiges Wrack blieb, den sie gepflegt hat wie selbstverständlich, weil das vom Schicksal so verordnet war - und Widerspruch war da nicht möglich. Auch nicht denkbar. 5 Wochen lang hat er noch gelebt, Intensivstation, Teilamputationen der Hände, Verbrennungen. Sanfte Methoden sind in meiner Familie unbeliebt, da schießt man schon mal großkalibrig (und lebt dann doch weiter, auch an einem Kopf ist nicht alles unersetzlich) oder schreitet zum Autodafé. Selbst die Bezinpreise sind da nachrangig - und, weil schon Unverständnis geäußert wurde ob der Methode: Irgendwie versteh' ich's. Man nimmt was da ist - und wenn man dem morschen Dachbalken nicht traut, dann eben greift man nach dem Benzinkanister. Das muss erledigt werden, rasch, die Stimmung ist nicht immer danach, nur das Wissen, der Wunsch nach dem Ende, der ist latent und wächst - und wird riesengroß. Weil eben "alles" sinnlos ist, die Entelechie liegt im Nichtsein und im Treibstoffkanister. Die Welt ist alles, was der Fall ist. Manchmal wird sie sinnlos, für einen, der weder Wittgenstein noch Aristoteles gekannt hat ebenso wie für den Philosophen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment Mittwoch, 30. März 2011
philit, 30. März 2011 15:24:47 MESZ Operettenmelodien lassen sich wie nebenher trällern, beim Schach, beim Spazierengehen oder in Ermangelung anderen Liedgutes als Einschlaflied für den Junior. Und das hat dann was, wenn der Dreijährige mit großer Geste in der Fußgängerzone "Geeeern - hab ich die Frau'n geküüüüüüsst" singt, selbstvergessen, sich an meinem Stock festhaltend (ich helf dir beim Gehen, Papa), sodass wir, blond und grau gelockt, einen mehr als kuriosen Anblick abgeben, der uns unzählige wohlwollende Blicke - vor allem der Damen - einbringt. Dazwischen unzählige Warum-Fragen, die ich nicht immer kindgemäß zu beantworten in der Lage bin, sodass er auf die Frage, warum denn Eis kalt sei, für sich selbst etwas von der Brownschen Molekülbewegung vor sich hinmurmelt, die er, eigenen Angaben zufolge, noch nicht ganz verstanden hat. Zwischen der Mühseligkeit jeden Schrittes das unbekümmerte Lachen oder die Standardwendung gewordene Weigerung, wenn denn da Unliebsames verlangt wird vom Nachwuchs "ich hab auch Rückenaua, Bandscheiben, jaja ..., ich kann jetzt nicht", vornübergekrümmt Richtung Kinderbett sich schleppend - mit einem Zwinkern in den Augen und einem nur schwer verhaltenen Grinsen. - - - - ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Nächste Seite
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Seniler Humor nebst Aufgeschlossenheit Es
gibt eine Form der Aufgeschlossenheit in sexuellen Dingen, die meinerseits...
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The internet is really, really
great --- for porn ... Ein neuer soziologischer Begriff: Sexuelle...
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