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Donnerstag, 12. Juni 2008
philit, Donnerstag, 12. Juni 2008, 16:08 Es drängt sich fast auf, wieder etwas über bemalte Fußballeinfaltspinsel zu schreiben. Jedweder Couleur, ob Schwarz-Rot-Gold, Rot-Weiß-Rot, mit Schweizerkreuz oder Halbmond. Ich bin privilegiert, in der Einschicht von Hupkonzerten weitgehend verschont, ich hab leicht reden, weil sich die Blödheit auf's Urbane konzentriert, weil sie dort - gesammelt und gefasst - eine wirtschaftliche Macht darstellt. (Nun denn, indirekt proportionale Beziehungen zu vermuten zwischen exzessivem Kaufverhalten und bescheiden anmutenden intellektuellen Kapazitäten scheint ohnehin statthaft.) Bis auf einige bewimpelte Fahrzeuge blieb mir die Einfalt also optisch und akustisch verborgen. Stellt sich die Frage, was denn Menschen im allgemeinen und besonderen verbindet, woher das Wir-Gefühl kommt, aus welchen Gemeinsamkeiten es sich speist oder ob in Ermangelung von Gemeinsamkeiten solche künstlich erzeugt werden. Und tatsächlich nimmt es wunder, was denn alles zur Gruppenbildung beitragen kann: Etwa die Benutzung einer ähnlichen Automarke, der geistige Kretinismus versammelt sich alljährlich zum GTI-Treffen. Vermeintlich die Sprache (aber fühlt sich nicht auch Stoiber als Deutscher?), geographische Nähe (ein diffiziler Punkt, scheinen in enger Nachbarschaft sich befindliche Gruppen doch einander in größter Feindschaft gegenüberzustehen, nirgendwo sind Hass und Aversion größer als bei Lokalderbys), warum nicht Schuhgrößen oder eingewachsene Zehennägel? Obskur? Größe der Gruppe für eine Identifikation inadäquat? Aber gibt's nicht Frauen- und Männersolidarität, Zusammenhalt von Weißen, Schwarzen, Gelben? Was also ist das Gemeinsamkeit Stiftende? Der Besitz von Hoden oder Eierstöcken? Wie wär's mit Hämorrhoiden? Gibt's neben GTI- und Manta-Fetischisten auch Menschen, die sich wegen der selben Marke ihrer elektrischen Zahnbürste verabreden? Wegen einer Warze am Steißansatz, einer Fettleber? Oder sind dies wirklich nur zufällige Ausprägungen ein und desselben Nichtdenkens, Nichtdenkenwollens, einem Bedürfnis entsprechend, das Sehnsucht zeigt nach Aufgehen in einer Masse Gleichgesinnter - egal welcher Gesinnung, einer Masse, die durch ihr bloßes Vorhandensein alles und jedes sanktioniert, der man nicht durch eine bestimmte Leistung sondern durch Zufälligkeit zugehörig ist und in der man sich vollwertig fühlen darf, sei man auch ein noch so mickriges Menschlein - und in der man hauptsächlich und vor allem stolz sein darf auf seine Warze am Arsch und seine nationale Zugehörigkeit und im anderen, Warzen- und Hämorrhoidenlosen ein Wesen minderer Art sehen kann, das, je nach Zeit- und Sozialverhältnissen, beschimpft, verachtet oder vergast werden darf. - - - - ... Comment
kinky, 2008.06.12, 22:08
Was also ist das Gemeinsamkeit Stiftende?
Man wird vom Nicht-Sportler innerhalb von Sekunden zum Fußballexperten. So kann man sich beim Fachsimpeln gegenseitig auf die Schenkel klopfen. Also wenn das nix ist... (Woher wissen Sie von meiner Warze?) ... Link ... Comment |
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last updated: 2008.09.06, 15:00 Links
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