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Samstag, 9. Mai 2009
philit, Samstag, 9. Mai 2009, 15:35 Herr Steinbrück hat, wie ich mit der gebotenen Verspätung erfahre, das Land der großen Söhne und Berge und Täler in einem Atemzug mit der Schweiz, Liechtenstein - und subsummarisch unpassend - der Hauptstadt von Burkina Faso genannt. Deren Name mir als einem der wenigen Österreicher geläufig sein dürfte, weil schon als Kind eine meiner liebsten Lektüren die politischen (weil farbigen!) Karten im Weltatlas waren. Die seltsame Aufzählung ist offenbar einem literarisch-sprachlichen Kunstgriff geschuldet, Ouagadougou klingt fast so lustig wie Itzpapalotltotec oder Huitzilopochtli und steht wohl als Synonym für "rückständig-abgelegene Bananenrepublik", wenngleich ich aufgrund der geographischen Lage vermute, dass es mit Bananen in der südlichen Sahara nicht weit her sein wird. Was mir - wie wohl allen anderen - unbekannt war, ist die Tatsache, dass es sich bei Ouagadougou um ein Finanzzentrum mit Schwarzgeldkonten handelt. Wenn aber dem nicht so ist (was der Wirklichkeit vermutlich recht nahe kommt) - wer schützt dann Burkina Faso nebst Hauptstadt vor so unziemlichen Vergleichen mit Ländern wie den einleitend genannten? Was kann dieser Staat (dessen Übersetzung „Land der ehrenwerten Menschen“ bedeutet) dafür, dass seine Hauptstadt in den Ohren der westlichen Finanzwelt einen so exotisch-reizvollen Klang besitzt? Und deshalb mit intriganten, verbrecherischen Finanzsystemen in Zusammenhang gebracht wird? Und so kann man nur unterstreichen, dass Herr Steinbrück sich für diese seine Äußerung entschuldigen, Abbitte leisten sollte wegen des unstatthaften Vergleiches. Nebenbei aber legen solche Vergleiche die Schichten eines Denkens frei, die jede aufgeschlossene Regierung längst überwunden zu haben vorgibt: Der Vergleich mit einem "Negerstaat" ist für das Gegenüber in jedem Fall eine Beleidigung. Hierin sind sich Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein wieder einig. - - - - ... Comment |
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